KARTOGRAPHIEN DES KÖRPERS
FREMDHEIT ALS BESTIMMUNG
Wie bereits seine beiden sehr erfolgreichen Vorgänger, die tänzerische Einordnungen und Kategorisierungen sowie Publikumsinteressen stilübergreifend zur Berührung brachten und so neue Publikumsschichten generierten, findet OdeonTanz 3, Wiens junges Tanzfestival, in den wunderbaren Räumen des Odeon Theaters statt. Für die FestivalteilnehmerInnen, heißt es, sich auf eine zehntägige Reise zu unterschiedlichsten tänzerischen Formaten zu begeben, Bekanntschaft mit Neuem einzugehen. Viele neue Choreografien, zumeist Uraufführungen oder im Kontext von Odeon Tanz 3 entstanden, von der Performance über klassisches Ballett zu zeitgenössischem Tanz und Körperlichkeit, sind zu entdecken, die alle in unterschiedlichen Facetten das Thema Migration berühren. Reisen in die (auch eigene) Vergangenheit, die Suche nach den Markierungen des eigenen Körpers gehören ebenso dazu, wie das Überschreiten der Genres, die Anverwandlung des Alters, die Entdeckung der körperlichen Komplexität. Der Fokus liegt also auf den „Kartographien des Körpers. Fremdheit als Bestimmung“ , auf der Konstruktion von Welten und Gegenwelten, Lesbarkeiten und Nicht-Lesbarkeiten.
Migration ist ein zentrales Thema aller, die sich mit Tanz beschäftigen. Keine Kunstform ist der Migration so eng verbunden wie der Tanz. Fast scheint es, als ob der Tanz bereits Utopien des Miteinanders verwirklicht habe. Dabei geht es einerseits um äußere Bedingungen wie: Begegnungen in der Arbeit, Austausch, Internationalität, in Bewegung sein, um von einem Ort zu einem anderen zu gelangen, Migration als persönliches Erleben der Flexibilität und Fähigkeit, Rollen und Orte zu wechseln, Orientierung in der Fremde, die immer fremd bleibt oder zum vertrauten Ort wird.
Zum anderen geht es um innere Bedingungen: Der Körper als Karte, die wechselnden Spannungsverhältnisse und Aggregatzustände des Körpers, Narration und Abstraktion, Wahrnehmung des anderen, Erzeugen von Spannungen und Entspannungen.
Fragen stellen sich, auf die wir nach Antworten suchen, denn es scheint, als ob das Eigene sich am besten am Gegenüber ablesen ließe, als ob man des Fremden bedürfe, um das Eigene zu positionieren. Dabei bedeutet das Aufeinandertreffen der Körper im Raum neben der physisch und physikalischen Begegnung auch das Erzeugen von Neuem, Fremdem, von Vertrautem oder gänzlich Unbekanntem.
Getragen durch vielfältige Kooperationen, wird zum dritten Mal eine Plattform für die Wiener Tanzcommunity und in Österreich arbeitende TänzerInnen und ChoreographInnen aus aller Welt errichtet. Austausch nach den Aufführungen, Publikumsgespräche am 30.9., 5.10., 9.10. und 15.10. , ein Büchertisch sowie ein Communityprojekt sind auch fester Bestandteil von OdeonTanz 3.
Wir freuen uns auf Sie!
CARTOGRAPHIES OF THE BODY
FOREIGNESS AS DESTINY
Like it’s two very successful predecessors, which connected different aspects of dance in one festival and thus generated new audiences, OdeonDance 3, Vienna’s young dance festival, will take place in the atmospheric halls of Odeon Theatre. For the participants and the audience alike there is the chance to go on an inspiring journey, to encounter multiple formats of dance -from performance to classical ballett and contemporary dance- and meet the so far sometimes less known. Many new choreographies, first releases, world premiers or Viennese first nights: most of them touch the topic migration: Journeys into the self as well as into history, stepping over the boundaries, touching age, the complexity of the bodies’ physicalities: Focus of this festival is the „cartography of the body, foreigness as destiny“, the construction of worlds and counterworlds.
Migration as we see it is a key subject of dance. No other art form is as closely linked to migration as dance. It almost is as if dance had already started to fulfill the utopies of a peaceful coexistence of heterogenous cultural and personal backgrounds.
At issue are on the one hand external conditions such as internationality, to be on the move in order to get from one place to the other, migration as an individual experience of flexibility as well as the ability to shift roles and localities, migration as a means of guidance in the foreign, that either stays foreign or becomes acquainted.
On the other hand there are the internal conditions: the body as a map that marks its different phases of matter and tension, narration and abstraction, perception of the other, the creation of tension and relaxation.
Questions arise for which the answers are yet to be found: as it seems the own can best be found in the other, as if one needed the foreign to allocate the self. The clash of bodies in space is more than the mere physical and psychic encounter. It produces the new, the foreign, the acquainted and sometimes also: the utterly unknown.
Subsidised through multiple cooperations a platform for the Viennese dancecommunity and dancers/choreographers from all over the world living in Austria is being erected. Communication, exchange, talks with the audience on September 30th., October 5th,9th and 15th as well as an inspiring bookstall and a communityproject are again waiting for you.
We are looking forward to seeing you!